Kernkompetenzen in der
vielfältigen Praxis der Gestalttherapie

D-A-CH-Tagung in Basel
26.-28. Mai 2017

Programm

In einer Vielzahl von Vorträgen, Workshops und Großgruppenformaten lässt die Tagung Kernkopmpetenzen in der vielfältigen Praxis der Gestalttherapie erlebbar werden.

Das Tagungsprogramm als PDF-Dokument zum Download

Donnerstag

Für alle, die schon am Donnerstag anreisen, bieten wir nach der DVG-Mitgliederversammlung einen Stadtspaziergang mit Imbiss an.

Treffpunkt ist der Tagungsort auf dem Münsterplatz. Die Kosten für eine Fahrt mit der Fähre, den Imbiss und ein Getränk belaufen sich auf ca. 20.- CHF – ansonsten ist die Teilnahme gratis. Wer zuerst eine Pause braucht, kann ca. um 20 Uhr direkt zum Essen kommen und dann den zweiten Teil mitmachen. Die reine Gehzeit ist ungefähr 90 Minuten.

REISELEITUNG
Marc Oestreicher und Brigitte Neuburger

Vortragende(r): Marc Oestreicher, Brigitte Neuburger

Freitag

BEGRÜSSUNG

PRÄMIERUNG der Gewinner/innen des 3. gemeinsamen Wettbewerbs deutschsprachiger Graduierungsarbeiten.

Die von April 2015 bis Juli 2016 eingereichten Arbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu gestalttherapeutischen, gestaltsupervisorischen oder gestaltberaterischen Themen wurden von der Jury, bestehend aus Tobias Bake (DVG), Catherine Englert (SVG) und Kathleen Höll (ÖVG), gelesen und die drei besten Arbeiten prämiert. Die Jury wird die Preise feierlich an die drei Gewinner überreichen.

Umrahmt wird die Eröffnungsveranstaltung von Paul Goodmans „Perlen der Lebenskunst“
„Perlen der Lebenskunst“ nennt Georg Pernter Paul Goodmans Gelegenheitsgedichte, die er unter der Überschrift „Kleine Gebete“ versammelte. Marie T. Martin und Stefan Blankertz haben eine Handvoll von ihnen nachgedichtet. Vorgetragen werden sie von Gabriele und Stefan Blankertz, musikalisch eingerahmt mit der Querflöte von Helena Schulthess.

Vortragende(r): Stefan Blankertz, Helena Schulthess, Gabriele Blankertz

In diesem Vortrag möchte ich das Projekt „Professionelle Kompetenzen und Qualitative Standards“ der EAGT vorstellen. Ich beschreibe den mehrjährigen Prozess der Entstehung dieses Dokuments ausgehend
von professionellen Standards hin zu qualitativen Inspirationen und den aktuellen Stand.

Ich werde anhand einiger aus den 13 Bereichen ausgewählter Themen das Dokument vorstellen.

Fragen, die mich dabei beschäftigen werden, sind:

• Was kann dieses zur Entwicklung der Gestalttherapie beitragen?
• Wie kann in der Gestalttherapeutischen Community davon Gebrauch gemacht werden?
• Was sind Kritikpunkte?

Dieser Vortrag befasst sich mit den psychotherapeutischen Kernkompetenzen der Gestalttherapie und stellt diese anhand des dazu in einer Arbeitsgruppe in der EAGT verfassten Dokuments vor.

Vortragende(r): Beatrix Wimmer

In naturalistischen Studien, wie die der Schweizer Charta für Psychotherapie, erweisen sich GestalttherapeutInnen als besonders haltgebend für schwer gestörte PatientInnen, die in anderen Behandlungsverfahren
eher abbrechen. Haltung und erfahrungsorientiertes Herangehen könnten dies erklären. Eine weitere Erklärung sehe ich darin, dass in der Gestalttherapie, stärker als in anderen Therapien, die interpersonale Konfliktfähigkeit gefördert wird. Hierfür sprechen auch neue metaanalytische Ergebnisse. Unter dem Fokus der spezifischen Wirkung der Gestalttherapie werden Prozess- und Wirksamkeitsforschung dargestellt.

Vortragende(r): Dr. Uwe Strümpfel

Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen wird der medizinisch-dominierte Traumadiskurs auf den heißen Stuhl der Gestalttherapie gesetzt. Die gespenstischen Gestalten der Neurowelt werden in ihrer Wissenschaftsideologie entlarvt und auf ihre Strategien hin offen gelegt.

Was würden die Gründer der Gestalttherapie aus ihrem gestalttherapeuAschen Selbstverständnis zum aktuellen Traumadiskurs beitragen, welche Gespenster würden Sie vertreiben und wie würdentsie ihre theoretischen Hintergrundgeräusche in ein traumatherapeutisches Handeln transponieren?

Vortragende(r): Dr. Monika Jäckle, Christian Fuchs

Die Psychoanalyse hat in ihren Anfängen sehr viel dazu beigetragen, die Sexualität zu enttabuisieren und die Rolle der Sexualität im Verhältnis der Geschlechter zu reflektieren. In der Pionierphase der Gestalttherapie
haben Fritz und Lore Perls und auch Paul Goodman einiges zur Reflektion der Sexualität beigetragen.

Wenn ich heute in Einzel- und Paartherapien, aber ganz besonders in Teamsupervisionen Themen der Sexualität anspreche, scheint mir die Selbstverständlichkeit über Themen von Erotik und Sexualität zu sprechen
geschwunden. Ist die Trennung von Sexualität und Liebe ein Prozess, den man uneingeschränkt begrüßen muss?

In meinem Vortrag werde ich mich mit den Themen Sexualität, Erotik und Bindung beschäftigen.

Vortragende(r): Dr. Dieter Bongers

Pädagogisch- therapeutische Begleitung von Kindern und ihren Bezugspersonen

Krisengeschüttelte junge Menschen (z. B. nach Mobbing) bedürfen eines glaubwürdigen Gegenübers.

Martin Buber nennt mit Annahme, Bestätigung und Umfassung 3 Haltungen, die das dialogisch-therapeutische Gespräch fördern. Er bezeichnet zudem das »Zwischen« als ein gemeinsames Feld, in dem zwischenmenschliche Begegnung geschieht - und gelingt!

Kraftvolle Interventionen entstehen aus einem gut gehüteten „Zwischen“: Ich werde im Workshop theoretische Inputs geben, meine Arbeitsweise an Beispielen und Projekten aus der Praxis vorstellen und Raum für einen inspirierenden Austausch lassen zu folgenden Aspekten:

Verhältnis zwischen Beziehungsgestaltung und Intervention; Dialogische Gestaltarbeit ermöglicht zwischen den Bezugspersonen wechselseitig wachsend Vertrauen, Ermutigung, Führung und Verantwortung; Bedeutung von sorgfältiger, transparenter Kommunikation.

Vortragende(r): Kathrin Bertholet-Roth

Was macht den Unterschied - heute und morgen?

Open Space Workshop für Gestalt-Practitioners

Meine ‚Wildnis‘ sind Organisationen und das, was sie wie tun und lassen. Vielen Menschen geht es an ihren Arbeitsplätzen in Unternehmen, Verwaltungen, Institutionen, in den vielfältigen Arbeitskontexten nicht gut. In diesem Workshop stehen die Fragen im Mittelpunkt, welche Beiträge wir leisten und welche Unterschiede wir machen können, wo wir besonders wirksam sind, um unsere KlientInnen in Coaching, Counseling und Organisationsberatung in ihrer Autonomiefähigkeit und ihren sozialen Bezügen zu unterstützen. Dabei wollen wir unser Profil schärfen, Ansätze zur Weiterentwicklung gestalttherapeutischen Arbeitens in Organisationen diskutieren und das Netzwerk der Gestalt-Practitioners stärken.

Vortragende(r): Beate Willauer

Ein Diskurs zu den Grenzen der Integration und was daraus folgt.

PODIUMSGESPRÄCH
mit Karin Daecke, Michael Kösten, Peter Schulthess, Wiltrud Krauss-Kogan und Doris Signer Brandau. Moderation Günter Reif.

Die Vermengung von GT und TP zeigt sich anhand zahlreicher Tagungs-, Institutsangebote, in Zeitungsbeiträgen etc..

Hierbei fallen so viele Unvereinbarkeiten und Qualitätsverluste auf Wissenschafts-, Ethik-, Methoden- und Praxisebene auf, dass dies bereits zu kritischen Artikeln, Buchbeiträgen, Leserbriefen und einem Informations-/ Positionsfindungsauftrag an den DVG-Vorstand (MV 2015) führte. Auf dem Podium zum Thema auf der DVG-Tagung in Pforzheim begann erstmals ein Diskurs zu den Folgen der Vermengung.

Lasst uns diesen vertiefen und eine gemeinsame Position finden.

Vortragende(r): Wiltrud Krauss-Kogan, Karin Daecke, Michael Kösten, Peter Schulthess, Günter Reif, Doris Signer-Brandau

Ein gestalttherapeutischer Ansatz in der Mal- und Kunsttherapie

Die gestaltende Kunsttherapie erweitert die Beziehungsebene Patient-Therapeut um das künstlerische Werk. Die Wirkung der gestaltenden Kunsttherapie liegt im Gestaltungs- und Symbolisierungsvorgang sowie im Beziehungsgeschehen, wo Bewusstheitsarbeit stattfindet.

Der Workshop stellt implizite und explizite Gestalt-Ansätze in der prozessorientierten Mal- und Kunsttherapie vor. Zur Anschauung werden Fallvignetten gezeigt und auf der Erfahrungsebene kleine kunsttherapeutische Experimente angeleitet.

Vortragende(r): Prisca Buonvicini

Orgelmusik sensibilisiert uns dafür, wie wir sein könnten, weil sie etwas in uns öffnet und in Schwingung versetzt, was sonst unberührt geblieben wäre. Was wir herbeisehnen, können wir herbeispielen. Insofern ist die Hoffnungssuche nach Resonanz ein zentrales Prinzip der Gestalttherapie. Ausgewählte Werke der Orgelmusik sollen dazu beitragen, dass wir am eigenen Leib spüren, was es heißt bewegt, berührt und in Schwingung versetzt zu werden. Denn gerade dann sind wir ganz wir selbst im Sinn einer „guten Gestalt“.

Ort: Picassoplatz 2 - in 6 Gehminuten vom Münstergymnasium
Fussweg: Aus dem Münstergymnasium hinausgehend nach rechts Richtung Kunstmuseum, dort geradeaus weiter und auf die linke Seite der Strasse wechseln. Nach ca. 60 m links die kleine Autoeinfahrt zum Picassoplatz 2 nach hinten gehen. Das Gebäude befindet sich in der 2. Reihe - Abbiegung und Eingang werden ausgeschildert sein.

Vortragende(r): Irmtraud Tarr

Die Idee, dass die Gemeinschaft eine heilsame Situation für psychisch Erkrankte darstelle, ist in den Anfängen des letzten Jahrhunderts zu verorten. Sie fand ihre Wiederauferstehung in der Psychiatrie in den 70er Jahren mit der Aufhebung der Rollenhierarchie zwischen Betreuern und Betreuten. Auch Perls hat in seinem Gestalt Kibbuz eine Lebensgemeinschaft begründet, die einen Raum bereitstellen wollte, in dem persönliche Entfaltung möglich ist.

Was ist im Laufe der Zeit von diesen Modellen der therapeutischen Gemeinschaft geblieben? Wie lässt sich der Gemeinschaftsgedanke in psychiatrischen Einrichtungen wiederbeleben?

Vortragende(r): Dr. Hella Gephart

Coaching ist keine Therapie, dennoch werden viele therapeutische Konzepte von BeraterInnen im Organisationsumfeld erfolgreich angewandt und eingesetzt. In der Gestalttherapie gibt es eine Reihe von theoretischen Ansätzen und darauf aufbauenden praxisorientierten Vorgehensweisen, die die Grundlage für ein Coaching-Konzept bilden, das als Gestalt-Coaching bezeichnet werden kann. Ausgehend von der Feststellung, dass auch Gestalt-Coaching in erster Linie Coaching ist, also Einzelberatung im Kontext der Organisation, stelle ich in diesem Vortrag einige zentrale Konzepte der Gestalttherapie und ihre Anwendung im Coaching vor.

Vortragende(r): Sabine Engelmann

Gestalttherapie ist eine Therapieform, die eng mit spirituellen Ansätzen verbunden ist (Zen, Achtsamkeit, Taoismus, Existenzialismus, etc.). Ich stelle meine Arbeitsweise vor, bei der Spiritualität noch mehr in den Fokus gerückt wird. Es werden Verbindungspunkte Gestalttherapie/spirituelle Psychotherapie heraus geschält, sowie auch, welches meines Erachtens die Kernelemente der spirituellen Psychotherapie sind.

Der Begriff „Spiritualität“ wird nicht-konfessionell benützt. Darunter wird eine Methode/ein Weg verstanden, der die innere Verbindung mit einer höheren Kraft, der eigenen Göttlichkeit oder dem heilen Kern herstellt und nährt.

Vortragende(r): Evelyne Vuilleumier

Therapeutische Annäherungen. Ein Potpourri von Interventionsmöglichkeiten aus verschiedenen therapeutischen Schulen, welche sich in die Gestaltarbeit integrieren lassen.

Wie kann ich als Fachperson, mit behutsamer Klarheit das Thema „Sexualität“ ansprechen und einen Prozess begleiten? In meiner Ausbildung zur Gestalttherapeutin (1994 bis 1998) fehlte die Bearbeitung dieses
Themas gänzlich. Seit 2002 erweitere ich mein Spektrum durch andere Therapeutische Modelle wie: Ulrich Clements systemische Sexualtherapie, Sexocorporel, oder Gunther Schmidts Systemische und hypnotherapeutische Konzepte.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.somacal.ch

Vortragende(r): Monica Somacal Graf

Miteinander und voneinander lernen, andere verstehen, eigene verengte Standpunkte überwinden und gemeinsam Neues denken – diese Perspektive wird im Dialog möglich! Persönliche Begegnung und ein gleichwürdiger Umgang lassen das Gespräch zum zentralen und wirksamsten Instrument der Elterngruppe werden. Wenn sich Gestaltarbeit und Elternbildung im gemeinsamen Dialog treffen, bietet dies Raum für eigene Erfahrung und nachhaltige Entwicklung.

Mit kurzen fachlichen Inputs und praktischen Anregungen lade ich ein zum gemeinsamen Dialog und gegenseitigen Lernen.

Leitfragen und Herangehensweise meines Angebotes
Das dialogische Prinzip in der Gestaltarbeit
• Kernfähigkeiten des Dialogs
• Dialog über Bedeutung und Wirkung des dialogischen Prinzips
• Erfahrungen aus der Arbeit mit Elterngruppen
• Praktische Anwendung der dialogischen Haltung

Was habe ich der Gestaltarbeit als besonders hilfreich wieder entdeckt?
• Erfahrungen aus der Arbeit mit Elterngruppen
• Dialogische Haltung erlangen
• Inhalte der Elterngruppen

Chancen und Herausforderungen dieser Arbeit in Elterngruppen
• Erfahrungen aus der Arbeit mit Elterngruppen

Vortragende(r): Christina Kind Brunschwiler

Der Ungewissheit als BeraterIn standhalten

Wenn wir Organisationsberatung als Mittel verstehen, mit komplexen und schwer lösbaren Problemen umzugehen, dann stellt sich die Frage, was Beratenden in druckvollen und ungewissen Situationen hilft, Orientierung zu finden, handlungsfähig zu bleiben und mit ihrem eigenen Nichtwissen umzugehen. Denn die Legitimation entsteht aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Wirkung nicht mehr aus einem fachlichen
Wissensvorsprung.

Was hat also die GESTALT als Haltung und Repertoire für komplexe Problemstellungen anzubieten. Und wie sieht die konkrete Anwendung in der Organisationsberatung aus?

Vortragende(r): Kristina Hermann

Das therapeutische Sandspiel wurde von der englischen Kinderärztin Margaret Lowenfeld begründet und hat vor allem durch die Psychoanalytikerin Dora Kalff, weltweite Verbreitung und Anerkennung gefunden. Sie stellte fest, dass das Gestalten von Sandbildern der gestaltenden Person Kontakt zum Unbewussten verschafft und vorsprachliche Erfahrungen mitzuteilen vermag. Dadurch würden die heilenden und regenerativen Kräfte des Unbewussten aktiviert und blockierte Energien gelöst.

Inzwischen hat die Methode Eingang in verschiedene Therapieschulen gefunden und nicht nur in der Arbeit mit Kindern einen hohen Stellenwert erlangt. Dennoch habe ich den Eindruck, dass das therapeutische Sandspiel, vonseiten der Gestalttherapie immer noch relativ wenig Beachtung findet, obwohl die Methode hervorragend zur Gestalttherapie passt.

Ziel wäre es, den TeilnehmerInnen Einblick in meine Arbeitsweise zu geben und sie nachhaltig für die Methode zu interessieren.

Vortragende(r): Rudolf Liedl

Erfahrungsbericht einer Kurzzeitgruppe (12 Termine) im 4. Quartal/2015

Wir hatten keine gemeinsame gesprochene Sprache und so kommunizierten 6 - 8 Frauen und ich untereinander mit Gesten und Mimik. Ich überlegte jeweils einfache Möglichkeiten zum Ausdruck persönlicher Erfahrung/ Erlebens mit kunsttherapeutischen Mitteln. So entstand ein Prozess quasi in Zeitlupe. Von diesen Erfahrungen und über die Entwicklung des Kontaktes untereinander und zu mir werde ich berichten und mittels Fotodokumentation erläutern. Auch werde ich darstellen, weshalb der Gestaltansatz für diese Arbeit aus meiner Sicht gut geeignet ist.

Vortragende(r): Luitgard Gasser

Zur Widersprüchlichkeit der Gestalttherapie in der globalen Krise

Perls und Goodman verkörpern janusköpfig zwei widersprüchliche Gesichter der Gestalttherapie: Radikale Selbstverwirklichung, auch auf Kosten anderer, und radikale gesellschaftliche Kritik. Die westliche Welt hat sich rücksichtslos auf Kosten der Natur und anderer Völker ausgedehnt. „Sag, ich will!“ tauchte als Slogan für eine bekannte Kaffeemarke bereits Ende der 1970er Jahre auf – erinnert das nicht an eine der Hauptforderungen in Gestaltgruppen? Hat die Gestaltideologie auch zur globalen Ausbeutung beigetragen?

Heute erleben wir das Rollback des globalen Kapitalismus: Das Töten durch die Waffen, die wir exportieren, kehrt in Form von Flüchtlingen zu uns zurück. Die Erniedrigten der Welt tragen den Terror in unsere Städte. Bollwerk Europa?

Kann uns die Gestalttherapie, können die Vorbilder von Nelson Mandela und Thich Nhat Hanh eine andere menschliche Haltung vermitteln, um mit der heutigen globalen Krise besser fertig zu werden?

Vortragende(r): Victor Chu

Eine radikalhumanistische Perspektive auf Kontakt

Kontakt kann als zentrales Konzept der Gestalttherapie betrachtet werden. Nähe, verstanden als radikalhumanistisches Konzept, drückt die Unmöglichkeit aus, Kontakt herzustellen. Nähe geschieht absichtslos, zweckfrei, ermöglicht Begegnung.

Mit Levinas’ Phänomenologie der Beziehung zum Anderen lese ich dieses Konzept und befrage es hinsichtlich der Möglichkeit einer Weiterentwicklung der Theorie der Gestalttherapie. Dies geschieht mit einer Phänomenologie in der Praxis wie Natalie Depraz sie beschreibt. Damit ist der Vortrag auch ein Plädoyer für eine phänomenologische Fundierung des Gestalt-Ansatzes.

Vortragende(r): Dr. phil. Susanna Matt-Windel

Samstag

GETRAGEN - VERWURZELT - BEWEGT

Hier und Jetzt den Tag beginnen, die vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) verkörpern.

Schamanische Weltsicht mit den Prinzipien der Gestalt verbinden und erleben. Sich mit Herz und Geist auf den Tag einstimmen.

Vortragende(r): Ellen Tarnow

Gestalttherapie in ihrem deutschen Kontext

Es geht um „Starke Fragen“. Wie damals bei Sokrates. Wie damals bei den Perls bei ihrer Arbeit und ihrer Suche nach den erkenntnistheoretischen und praktischen Grundlagen von Leben und Therapie. Und in dieser maieutischen Tradition generieren wir Antworten und/ oder Aporien:

Was ist Gestalttherapie?
Wie hat sie sich in ihrem richtliniendominierten, humanistischen, therapiewissenschaftlichen, postmodernen Umfeld entwickelt?
Was wirkt? Was bleibt?
Wie kann sich eine solche (damals) avant-gardistische, ja anarchistische und erlebens-energetisierende Therapie- und Lebenshaltung heute (noch) und in Zukunft positionieren?
Und wie haben und werden die Richtlinienverfahren, die Forschung, die Praxis, die Lebenswelt unseren „Schatz“ übernehmen bzw. verwässern?

Der Referent hat die Entwicklung der Gestalttherapie in unserem deutsch-europäischen Umfeld als Betroffener, Forscher und Zeitzeuge miterlebt. Er wird sich und die Teilnehmenden in die Zeit damals, in das Hier und Jetzt und in das Futur 2 versetzen: Wie werden wir 2040 das Heute und den weiteren Weg der Gestalttherapie erlebt haben?

Vortragende(r): Prof. Jürgen Klatte

Sie beruht im Wesentlichen auf folgenden Sicht- und Vorgehensweisen:

  1. Auf der differenzierten Umsetzung des Ansatzes von Martin Bubers „I-and-Thou“,
  2. auf den Modifikationen des achtsamen Umgangs mit der Bewusstseinsebene,
  3. auf der über Identifikation selbstdeutungsfähigen, oft spielerisch-lebensfrischen Auslotung von Teilaspekten samt deren oft existentiell bedrohlichen Dissonanzen mit der Chance über eine dialogische Beziehungsklärung zur Neuorientierung als ein stimmigeres Ganzes,
  4. auf der Vergegenwärtigung fixierter, pathogener Konfliktkonstellationen im Vorgang der „fokussierten Regression“, die mit unterstützenden, therapeutischen Maßnahmen im Hintergrund, erlebbare, identitätsverändernde Lösungsalternativen erfahren lässt und
  5. auf der typischen Oszillationsfähigkeit zwischen verbaler und nonverbaler Ebene, speziell auch im Konzept der therapeutischen Allianz, die die „experimental confrontation“ ermöglicht, ein Zusammenspiel der Buberschen Beziehungskomponenten zur Reintegration unbewusster und entfremdeter psychischer Anteile.
Vortragende(r): Prof. Dr. med. Lotte Hartmann-Kottek

Gestaltpotenzial als Chance für eine gesunde globale Entwicklung

Die vielfältige Praxis der Gestalttherapie angesichts des ungeheuerlichen globalen Desasters: Auf welche Kernkompetenzen kommt es jetzt an?

Drei Gestalt-Freundinnen knüpfen mit ihrem gemeinsamen Tagungsbeitrag an ermutigende Erfahrungen bei der DVG-Tagung, Mai 2016, in Pforzheim an.

Zu den Wurzeln der Gestalt zurückzukehren, tat gut. So wiederholen wir vertiefend unsere Arbeit für das Feld der deutschsprachigen GestalttherapeutInnen. Damit unser Gestalt-Baum in der industriellen Wachstumsgesellschaft nicht erstickt und vertrocknet, brauchen wir eine Wiederverbindung zu einem gehaltreichen, saftigen Nährboden mit viel Wurzelwerk-Vernetzung sowie ein lebensfreundliches Klima. Unsere holistische Weltsicht kann helfen, dafür ein globales Bewusstheitsfeld zu schaffen. Wir stellen provokative Fragen und gehen mit Gestalt-Begriffen an die Phänomene des Organismus-Hintergrund-Feldes heran.

Unser Plan:
Eine lebendige, selbstreflexive Gestalt-Kultur in globaler Bewusstheit und Verbundenheit.

Ergänzend hierzu:
Der Vortrag und die 3 Workshops bauen inhaltlich aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden.

W11 - Elisabeth Schlageter
Leibgestalt und Erdgestalt
Samstag, 27.05.2017, 10.30 - 12.00

W16 - Gerda Schlosser-Doliwa
Gestalt – Werkzeug des Wandels
Samstag, 27.05.2017, 14.30 - 16.00

W23 - Dr. Rotraud Kerner
Wir sind Teil des lebendigen großen Ganzen
Samstag, 27.05.2017, 16.30 - 18.00

Vortragende(r): Elisabeth Schlageter , Gerda Schlosser-Doliwa , Dr. Rotraud Kerner

Schwule Männer im Alter sind in den westlichen Ländern eine zunehmend sichtbare Bevölkerungsgruppe, deren besondere Bedürfnisse noch wenig Beachtung finden.

Der Vortrag beschreibt einige spezifische Themen in der Therapie mit älteren schwulen Klienten: Umgang mit sozialer Isolation; Formen der Diskriminierung; Umgang mit internalisierter Homophobie; Körperbild und Sexualität; Suche nach geeigneten Wohnformen.

Zudem wird die Frage diskutiert, inwiefern Gestalttherapie gerade für diese Klientengruppe einen geeigneten Ansatz darstellt und wie wirkungsvolle gestalttherapeutische Interventionen aussehen könnten.

Vortragende(r): Urs Stauffer

In der Gestalttherapie wird das, was in Therapiestunden geschieht, selten explizit benannt bzw. in einen theoretischen Kontext gestellt. Häufig stossen Gestalttherapeuten an Grenzen, wenn es darum geht zu beschreiben oder zu benennen, wie sie therapeutisch arbeiten. Gleichzeitig gehört es zum Beruf, immer wieder genau dies bspw. im institutionellen Rahmen zu tun.

In diesem Workshop geht es um die Not des Wortefindens, welche GestalttherapeutInnen immer wieder begegnet.

Vortragende(r): Barbara Laskowska

Wie wir in der Paartherapie, in Einzelarbeit Kontaktmuster sichtbar machen und erweitern können.

Das „Kontaktbild“ ist ein einfaches Verfahren, das leicht un speilerisch zu einer für KlientInnen und TherapeutInnen gleichermaßen eindrücklichen Erfahrungen führt: Unser übliches, meist unbewusstes Kontaktverhalten wird durch die gemeinsame Skizze sichtbar, wird zum Gegenüber und kann dank Farbkreiden und einiger einfacher Interventionen unangestrengt integriert werden. Paare profitieren vom Sichtbarwerden ihrer Paardynamik oft nachhaltig.

Auch in unseren Ausbildungen von GestaltterhapeutInnen hat sich die Übung bewährt, denn sie lässt Kontadtunterbrechungen bzw. Kreative Widerstände ganz augenscheinlich werden. Das „Kontaktbild“ übt auf sinnlichem Weg, selbstverantwoertung für das eigene Verhalten zu übernehmen.

Die Referenten stellen das leicht zu erlernende praktische Vorgehen, die Theorie und den ganzen Reichtum dieser Übung u.a. mit umfangreichem Bildmaterial vor.

Ergänzend hierzu:
W15 - Mehr Farbe in die Gestalt!
Samstag, 27.05.2017, 14.30 - 16.00

Vortragende(r): Ellen Tarnow, Christopher Tarnow

Oft liegen die Ursachen für offene Gestalten in der Kindheit oder Jugend und bestimmen die Kontaktmuster unserer KlientInnen. Wie hat sie/er als Kind gespielt und Kontakt gestaltet? Konnte die Umwelt auf die Bedürfnisse des Kindes antworten?

Im Spiel wird deutlich wer und wie wir sind. Auch für uns TherapeutInnen ist es gut zu wissen, wie groß unsere „Spielräume“ im Kontakt sind.

Lasst uns im Spiel die vorhandenen Kontaktmuster erkennen und neue ausprobieren. Ich lade Dich ein spielerisch zu erleben, wie heilsam und bereichernd es ist, unsere kindlichen Anteile in unsere therapeutische Identität zu integrieren.

Vortragende(r): Anni Baron

Die Phänomenologie des Leiblichen , z.B. von Organkreisläufen, z.B. von Herz, Verdauung, Fortpflanzung, schenkt ein tiefes Verstehen, was Lebendigkeit im Sein bedeutet. Im Mikrokosmos des Leibes finden wir den Makrokosmos der Erdgestalt wieder. Durch die sinnliche Erfahrung im körperlichen Bereich erkennen wir u.a. bei Organaufstellungen die Zusammenhänge im Organismus/ Umweltfeld und schaffen so wieder eine wechselseitige Verbindung. Es geht um Hege und Pflege der Verbundenheit der Leibgestalten mit der Erdgestalt und vice versa.

Ergänzend hierzu:
Der Vortrag und die 3 Workshops bauen inhaltlich aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden.

V13 - "Sind wir noch zu retten?“
Samstag, 27.05.2017, 9.00 - 11.00

WS16 - Gerda Schlosser-Doliwa
Gestalt – Werkzeug des Wandels
Samstag, 27.05.2017, 14.30 - 16.00

WS23 - Dr. Rotraud Kerner
Wir sind Teil des lebendigen großen Ganzen
Samstag, 27.05.2017, 16.30 - 18.00

Vortragende(r): Elisabeth Schlageter

Die Anwendungen des Gestalt-Ansatzes in der Gruppe reichen von Einzelarbeiten vor der Gruppe über Einzelarbeiten in der Gruppe durch Miteinbeziehung der Gruppenteilnehmer, z. B. in Form von Skulpturen oder „Runden machen“, weiter über psychodramatisch orientierte Interaktionsübungen bis hin zu gruppendynamischen Interventionen (Therapie der Gruppe), häufig unter Anlehnung an die Themenzentrierte Interaktion
und die Feldtheorie. Nach einem methodischen Überblick haben die TeilnehmerInnen Gelegenheit, die Wirkungsweise der einzelnen Interventionen in kleinen Übungseinheiten selbst zu erfahren.

Vortragende(r): Rolf Heinzmann

Der Beitrag der Selbstreflexion und ihre Wirkung auf den Aufbau professioneller Kompetenzen im Bereich Inklusion

Im Workshop wird eine aktuelle Studie (PH Weingarten, Sandra Fröhlich) zur schulischen Inklusion vorgestellt (gemeinsamer Unterricht von SchülerInnen mit und ohne Behinderung). Diese Studie untersucht ein Seminarkonzept, das neben der Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten auch mit Methoden des Gestaltansatzes arbeitet. Der Workshop bietet die Möglichkeit, die Übungen selbst zu erfahren und sich mit dem Thema Inklusion auseinander zu setzen. Dabei geht es um experimentelle Vorgehensweisen und unterstützt insbesondere die Beziehungskompetenzen von Personen in pädagogischen Settings.

Vortragende(r): Sandra Fröhlich

Kernkompetenzen von Gestalt und Aikidô

Aikidô ist bekannt als eine japanische Bewegungs- und Selbstverteidigungskunst. Frank Staemmler erwähnt im „Handbuch der Gestalttherapie“ (2001) in seinem Beitrag über „Gestalttherapeutische Methoden und Techniken“ explizit das Aikidô als ein „Medium des Leibes neben der Sprache“ (S. 455). Mit der Betonung von Kontakt und gewaltfreier Konfrontation, von Selbst- Stützung und „verkörpertem Gewahrsein“ hat Aikidô tatsächlich einige gemeinsame Kernkompetenzen mit der Gestalttherapie. In diesem Workshop möchte ich dies an Hand ausgewählter Übungsbeispiele aufzeigen und vermitteln.

Vortragende(r): Winfried Wagner

Das Potential von poesie- und bibliotherapeutischen Ansätzen.

Der Einsatz kreativer Techniken in der Gestalttherapie stellt eine Bereicherung für die Bewältigung und Integration von Lebensereignissen oder Persönlichkeitsanteilen dar. So haben etwa die Arbeit mit Geschichten oder das Schreiben von Texten Einzug in die Integrative Gestalttherapie gefunden. Doch welche spezifischen, auch wissenschaftlich fundierten, Möglichkeiten gibt es poesie- und bibliotherapeutische Methoden einzusetzen? Und wie findet man sich im Sammelsurium vorhandener Ansätze - etwa aus dem angloamerikanischen und deutschsprachigen Raum - zurecht? Blicken wir gemeinsam über den poesietherapeutischen Tellerrand!

Vortragende(r): Dr. med. univ. Alexandra Ramssl-Sauer

Kontakt ist ein zentrales Konzept der Gestalttherapie. Darin ist der „volle Kontakt“ das „Ziel des Kontaktes“. In zahlreichen Publikationen wird auf die Bedeutung des Nachkontaktes hingewiesen, der Nachkontakt wird als Phase des Wachstums beschrieben. Wichtig für das Wachstum ist das Distanzieren. Voller Kontakt macht nur Sinn, wenn anschließend eine ausreichende Distanzierung stattfindet. Auch in den „professionelle Kompetenzen und Qualitätsstandards“ der EAGT fehlt die „Distanzierung“.

Was ich darunter verstehe und worauf es dabei ankommt, ist Thema meiner Minilecture.

Vortragende(r): Olaf Zielke

Das Verfahren der Integrativen Paartherapie und Paarsynthese hat in der Gestalttherapie eine ihrer originären Wurzeln. In der Paarbeziehung liegt eine der größten Herausforderungen zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Hier findet „Lernen durch Dich“ statt. Im Verstehen der narzisstischen Paardynamik werden die unbewussten paarspezifischen Abwehr- und Widerstandsmechanismen erkannt und die Förderung gegenseitiger Entfaltung ermöglicht.

Diese Dynamik umfasst alle paarbezogenen Lebensbereiche bis hinein in die Gestaltung von Erotik und Sexualität. Das Verständnis und der Umgang mit Intimität werden vor diesem Hintergrund für die Paare aber auch die Paartherapie zentral.

Ergänzend hierzu:
WS22 - Lernen durch Dich – Therapie mit Paaren
Samstag, 27.05.2017, 16.30-18.00 Uhr

Vortragende(r): Barbara Röser, Udo Röser

Wie wir in der Paartherapie, in Einzelarbeit Kontaktmuster sichtbar machen und erweitern können.

Das „Kontaktbild“ ist ein einfaches Verfahren, das leicht und spielerisch zu einer für KlientInnen und TherapeutInnen gleichermaßen eindrücklichen Erfahrungen führt: Unser übliches, meist unbewusstes Kontaktverhalten wird durch die gemeinsame Skizze sichtbar, wird zum Gegenüber und kann dank Farbkreiden und einiger einfacher Interventionen unangestrengt integriert werden. Paare profitieren vom Sichtbarwerden ihrer Paardynamik oft nachhaltig.

Auch in unseren Ausbildungen von GestaltterhapeutInnen hat sich die Übung bewährt, denn sie lässt Kontaktunterbrechungen bzw. kreative Widerstände ganz augenscheinlich werden. Das „Kontaktbild“ übt auf sinnlichem Weg, Selbstverantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen.

Die Referenten stellen das leicht zu erlernende praktische Vorgehen, die Theorie und den ganzen Reichtum dieser Übung u.a. mit umfangreichem Bildmaterial vor.

Ergänzend hierzu:
V15 - Mehr Farbe in die Gestalt!
Samstag, 27.05.2017, 10.30 - 11.30

Vortragende(r): Ellen Tarnow, Christopher Tarnow

Wir KünstlerInnen im Atelier des Lebens (J.Beuys) arbeiten am Gestaltprozess der Erde. Wir verbinden uns kreativ im Organismus-Umwelt-Feld als (R)Evolutionäre. So wie Bienen Nektar sammeln, tragen wir unsere Gestaltkompetenzen zusammen. Völlig Neues entsteht: „Gestalthonig“.

Wir schöpfen stets erneuerbare Energien aus der Empathie für das Holon des Lebendigen. „Tote Zonen“, in denen Wahrnehmung „verrottet“, z.B. durch resignative Introjekte, kompostieren wir. Wir bestellen das Bewusstheitsfeld der Erdlinge mit Humus- Humanität. Die D-A-CH-Tagung 2017 wird zur „Honigpumpe“.

Ergänzend hierzu:
Der Vortrag und die 3 Workshops bauen inhaltlich aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden.

V13 - "Sind wir noch zu retten?“
Samstag, 27.05.2017, 9.00 - 11.00

W11 - Elisabeth Schlageter
Leibgestalt und Erdgestalt
Samstag, 27.05.2017, 10.30 - 12.00

W23 - Dr. Rotraud Kerner
Wir sind Teil des lebendigen großen Ganzen
Samstag, 27.05.2017, 16.30 - 18.00

Vortragende(r): Gerda Schlosser-Doliwa

Plötzlich standen jugendliche Eritreer als Asylsuchende in unserem kleinen Dorf. Was bewirkte diese lokale Veränderung aufgrund geopolitischer Umwälzungen? In diesem Workshop wird prozesshaft von der Suche nach der Gestaltung sozialer Kulturarbeit inmitten gegebener politischer und rechtlicher Widersprüchlichkeiten berichtet.

Mit Hilfe der «Stop and Go» Methode werden die chronologischen Abläufe und die sich aufzeigenden Konfliktfelder dargestellt. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich beratend einzubringen.

Vortragende(r): Maya Rechsteiner

Das intensive Feld stationärer Behandlung ist Prüfstein für die Wirksamkeit einer psychotherapeutischen Methode und führt zur Begegnung verschiedener Ansätze. Welches sind die Erfahrungen stationär tätiger GestalttherapeutInnen hinsichtlich Abgrenzung von und Zusammenarbeit mit anderen Therapieschulen? Kann sich daraus eine Neuorientierung und Belebung der Gestalttherapie ergeben? Welche Axiome der Gestalttherapie bewähren sich im multifaktoriellen institutionellen Feld, welche sind zugunsten eines Zusammenwirkens mit andersdenkenden KollegInnen zurückzustellen?

Vortragende(r): Peter Ostermayer

Für einen professionellen, einfachen Umgang mit existenziellen Konflikten, Spiritualität und Fragen nach Sinn in der gestalttherapeutischen Praxis. Mit kurzen Einblenden aus Kino-Filmen von Wenders, Pasolini & Co. Spiritualität scheint in den letzten Jahren vom Tabu zu einem – vorsichtig ausgedrückt – Trend- bzw. Hinguckerthema und letzthin wiederholt zum streitbaren Gegenstand geworden zu sein. Die erlaubte Frage: Welche Spiritualitäten eignen sich überhaupt im psychotherapeutischen Umfeld? Und: Welche Relevanz hat dieses sensible Thema im „weiten Land der Seele“?

Vortragende(r): Georg Pernter

Integrativ kultursensitive Therapieansätze in der Behandlung einer schwangeren Patientin mit Posttraumatischer Belastungsstörung.

Anhand einer Falldarstellung wird eine Ergänzung gestalttherapeutischer Kernkompetenzen in der Psychotraumatologie um kultursensitive Interventionen dargestellt. Im Anschluss können Fälle aus dem eigenen klinischen Alltag beleuchtet werden. Die TeilnehmerInnen sind herzlich eingeladen, eigene Fallvignetten mitzubringen.

Vortragende(r): Dr. med. univ. Nursan Ilkay

Das Medium Handspielpuppen erweist sich in der Arbeit mit Gruppen und Einzelnen jeden Alters als geeignete Methode zur Stärkung der Persönlichkeit sowie zur Förderung und Aktivierung von Ressourcen. Die Handspielpuppen laden vor allem zur Entfaltung kindlicher Anteile ein. Hiermit werden KlientInnen angeregt, mittels Identifikation und Dialog Kontakt zu den Blockierungen der Potentiale aufzunehmen. Dabei werden Prozesse eingeleitet, nicht gelebte und unvertraute Persönlichkeitsanteile zu entdecken, auszudrücken und zu integrieren.

Dieser Workshop ermöglicht, den Umgang mit und die Wirkung von Handspielpuppen kennenzulernen und eigene Verhaltens- und Reaktionsweisen auf spielerische Weise (wieder)zu entdecken bzw. zu erweitern.

Vortragende(r): Dagmar Lerch

Das Verfahren der Integrativen Paartherapie und Paarsynthese hat in der Gestalttherapie eine ihrer originären Wurzeln. In der Paarbeziehung liegt eine der größten Herausforderungen zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Hier findet „Lernen durch Dich“ statt. Im Verstehen der narzisstischen Paardynamik werden die unbewussten paarspezifischen Abwehr- und Widerstandsmechanismen erkannt und die Förderung gegenseitiger Entfaltung ermöglicht.

Diese Dynamik umfasst alle paarbezogenen Lebensbereiche bis hinein in die Gestaltung von Erotik und Sexualität. Das Verständnis und der Umgang mit Intimität werden vor diesem Hintergrund für die Paare aber auch durch die Paartherapie zentral.

Ergänzend hierzu:
V16 - Mehr Farbe in die Gestalt!
Samstag, 27.05.2017, 14.30 - 15.30

Vortragende(r): Barbara Röser, Udo Röser

Der Workshop soll ermutigen, am „Großen Wandel“ (J.Macy) mit zu wirken – weg von der industriellen Wachstumsgesellschaft, hin zu einer gesunden, langfristig lebenserhaltenden Kultur. Tiefenökologisch inspirierte Gruppenübungen können helfen, unseren gewohnten Denk- und Erlebens- Rahmen zu erweitern, eine neue Wertschätzung unserer Stärken zu ermöglichen und den Sinn des gegenwärtigen Lebens zu erhellen.

Ergänzend hierzu:
Der Vortrag und die 3 Workshops bauen inhaltlich aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden.

V13 - "Sind wir noch zu retten?“
Samstag, 27.05.2017, 9.00 - 11.00

WS11 - Elisabeth Schlageter
Leibgestalt und Erdgestalt
Samstag, 27.05.2017, 10.30 - 12.00

WS16 - Gerda Schlosser-Doliwa
Gestalt – Werkzeug des Wandels
Samstag, 27.05.2017, 14.30 - 16.00

Vortragende(r): Dr. Rotraud Kerner

Gemeinsamkeiten Gestalttherapie und Intensive Dynamische Kurzzeitpsychotherapie (ISTDP) von H. Davanloo.

Die ISTDP basiert auf der Psychoanalyse. Sie arbeitet wie die Gestalttherapie im Hier und Jetzt. In der Therapie erfährt der Patient, wie er die Angst und andere Muster zur Abwehr seiner Gefühle einsetzt. In der phänomenologischen Bearbeitung der Therapeut- Klient-Beziehung wird der Kontakt zu den Gefühlen und die Wahrnehmung dieser gefördert. Der Wille des Patienten und dessen Auftrag an den Therapeuten sind zentral, um mit einer guten therapeutischen Allianz eine erfolgreiche strukturelle psychische Veränderung zu erreichen.

Der Umgang mit Angst und Angstüberflutung (Restrukturierung des Angstmusters) sowie der Abwehr wird anhand von Videoaufzeichnungen dargestellt. Die Gemeinsamkeiten der ISTDP und der Gestalttherapie werden diskutiert.

Vortragende(r): Dr. med. Pierre-Alain Emmenegger, Daniel Emmenegger

In den Vorbereitungen und den Bewegungen eines ersten Tangoschrittes kann ein vollständiger Kontaktzyklus gelingen. Hellhörig für sich selbst, den anderen und das Zwischen, kreieren und haben die Tänzer teil an einem Zyklus der geistig still, körperlich wach und seelisch satt macht. Eventuell zeigen sich die Notlösungen der Kontaktunterbrechungen, auch sie werden bewegt. Inhalte: Theorie und Praxis der „Acht Phasen einer idealtypischen Begegnung: Der Kontaktzyklus in den Basisbewegungen des Tango“ und das Ritual „Paar-Kontemplation“.

Vortragende(r): Johannes Feuerbach

Im interkörperlichen Feld beeindrucken TherapeutIn und KlientIn einander. Die Gesten, Kleinstbewegungen, Blicke von KlientInnen sprechen uns unmittelbar körperlich an. Wir halten die Luft an, wir verspannen uns, sind berührt oder werden unruhig. Aus diesen körperlichen Resonanzen können embodied interventions/ experiments entwickelt werden, wie z.B. achtsam ausgeführte Kleinstbewegungen und Selbstberührungen ohne direkten Körperkontakt. Neben einer kurzen theoretischen Einführung wird der Schwerpunkt des Workshops bei der Selbsterfahrung liegen mit dem Fokus, Körperdialoge zu erkunden und zu erfahren.

Vortragende(r): Julianne Appel-Opper

Während die Grundlagen eines achtsamen Zuhörens und der Empathie auf allen Ebenen, insbesondere auch der Leiblichen, viel beforscht wurden und mit der Entdeckung der Spiegelneurone auch neurologische Fundierung erhielten, möchte ich einen weiteren Aspekt betonen: Das Thema der Unterbrechung, Störung, der kreativen Fehlabstimmungen und Irritationen im therapeutischen Prozess, vor allem aber deren Wichtigkeit für Veränderungsprozesse in der Therapie. Meines Erachtens handelt es sich dabei um eine grundlegende Kernkompetenz unserer inneren Haltung als GestalttherapeutInnen, die durchaus auch die Widerständigkeit zu pflegen weiß.

Vortragende(r): Dr. med. Corinna Falk

Anhand von zwei Praxisbeispielen werde ich aufzeigen, wie grundlegende Gestalt-Konzepte in meiner Arbeit Anwendung finden. Dabei leitet mich die Frage, wie ein sicherer Beziehungsraum entsteht, der schöpferische Anpassung und damit Re-Organisation des Selbst möglich macht. Fall 1: Eine ambulant aufsuchende Arbeit mit einer schwer traumatisierten Frau, die nach 8 Jahren Behandlung (Kliniken und Kassentherapien) beim Sozialpsychiatrischen Dienst landet, wo ich sie kennenlernte. Fall 2: Ein Gruppenprozess mit arabischsprachigen geflüchteten Frauen.

Vortragende(r): Gabriele Blankertz

Sonntag

AKTIVIERENDE SOPHROLOGIE*-ÜBUNG

Stehend – Dynamisierende Übungen mit Kopf, Schultern, Brustkorb, Rotation, Strecken und Einrollen, kombiniert mit dem Atem – leicht in den Alltag zu übertragen – energiefördernd.

*Sophrologie nach Caycedo ist ein Bewusstseinstraining, das östliche und westliche Ansätze vereint.

Vortragende(r): Evelyne Vuilleumier

„Wenn’s bei der Behandlung von Ängsten und Phobien um Exposition geht, bin ich unersetzlich“, sagt die Verhaltenstherapie und die Gestalttherapie antwortet: „Und ich, wenn der „Angstmacher“ und der „Angstbewältiger“ intrapersonell in Kontakt kommen und zu sprechen beginnen, um zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen“.

Im Workshop will ich versuchen, die Möglichkeiten eines zweistufigen, verschränkten Vorgehens mit verhaltens- und dialogisch-gestalttherapeutischen Elementen bei der Behandlung von Ängsten und Phobien aufzuzeigen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung sollen eine Demonstration eines Behandlungsausschnitts und eine Diskussion folgen.

Vortragende(r): Dr. Thomas Maurer

Das in der Neuen Phänomenologie beschriebene Zusammenwirken von leiblicher Kommunikation und affektivem Betroffensein kann das bewusstseinsorientierte Kontaktmodell der Gestalttherapie erweitern. Kontaktprozesse können damit differenzierter beschrieben werden und eröffnen neue phänomenologische Blickwinkel für Diagnose und Therapie.

Prozesse leiblicher Kommunikation und antagonistischer Einleibung so wie die Prozesse personaler Regression und personaler Emanzipation ergänzen die Vorstellungen von Kontakt und Grenzen.

Vortragende(r): Friedhelm Matthies

Wie passen die Therapiemodelle von Gestalttherapie und Psychodrama zusammen?

Psychodrama und Gestalt rechnen sich beide zu den humanistischen Verfahren, dass beides wirkt, ist eigentlich unbestritten, die Universitäten setzen allerdings immer noch auf die Verhaltenstherapie, außer in Österreich, wo sowohl Psychodrama als auch Gestalttherapie anerkannte Verfahren sind.

In diesem Workshop werden zwei erfahrene Vertreter beider Verfahren die Gemeinsamkeiten und Unterschiede erläutern und an einem Fallbeispiel demonstrieren. Dabei ist die Mitwirkung der TeilnehmerInnen erwünscht.

Vortragende(r): Renato Meier, Dr. Dieter Bongers

Dem Tod - unserer letzten Grenze - ins Auge blicken .

In der Gestalttherapie, wie in vielen Psychotherapien, findet häufig ein vermeidender Umgang mit Tod, Sterblichkeit und unserer Endlichkeit auf Erden statt. Getrieben von der Angst etwas zu verpassen, verwandelt sich das „Hier und Jetzt“ vieler Menschen in eine Jagd nach Macht, Ruhm und Hedonismus. Schicksalsschläge zwingen uns bisweilen innezuhalten.

Die TeilnehmerInnen dieses Workshops sind eingeladen, mit ihrer „letzten Grenze“ im Hier und Jetzt bewusst Kontakt aufzunehmen und neue Umgangsweisen mit ihr zu entdecken.

Vortragende(r): Wiltrud Krauss-Kogan

Scham ist eine mächtige Triebfeder zu schweigen. Widerstand dient oft der Vermeidung von Schamgefühlen. Scham und Widerstand haben eine ausgeprägte körperliche Komponente. Beides dient einerseits dem Schutz, was zu würdigen ist und führt andererseits oft zu leidvoller Selbstbegrenzung, die es zu lockern gilt.

In diesem Workshop werde ich einige Thesen vorstellen, die sich aus meiner Arbeit entwickelt haben, mit dem Fokus auf Körperund Energieprozesse. Die TeilnehmerInnen erhalten die Möglichkeit, sich auf das Thema auch erfahrungsorientiert einzulassen, um Anregungen für die eigene Praxis mitnehmen zu können.

Vortragende(r): Josta Bernstädt

  1. Präsentation meiner gestalttherapeutischen Arbeit mit einer Gruppe von AusländerInnen und SchweizerInnen in Luzern, über ihre Möglichkeiten und Beschränkungen.
  2. Gruppengespräch zu den folgenden Fragen:
    • Welche Kompetenzen braucht ein/e GestalttherapeutIn in der Arbeit mit Menschen aus einer anderen Kultur? Auseinandersetzung mit dem Handbook of Intercultural Training.Developmental Model of Intercultural Sensitivity (DMIS) (2004) von Janet M. Bennett und Milton J. Bennett.
    • Welche sind meine eigenen Introjekte, und was ist fremd in mir?
Vortragende(r): Colette Jansen Estermann

Dieser Workshop bringt Sie in Kontakt mit kulturellen Unterschieden im Osten und Westen Deutschlands und ihren Auswirkungen auf das Zusammenleben und Arbeiten im (Berufs)Alltag bis heute. Das Gewahrsein für Unterschiede in den vermeintlich „selbstverständlichen“ Kommunikations- und Verhaltensnormen ist Voraussetzung, um einen kreativen und entspannten Umgang damit zu finden und Unterschiede als Anregung zu nehmen.

Die Teilnehmenden erhalten eine zusätzliche Perspektive auf das Erleben ihrer KlientInnen und auf Dynamiken in Teams.

Vortragende(r): Petra Hübschmann

Der „Tanz des Augenblicks“ entwickelte sich aus Wegen der Bewegungsmeditation. Was immer JETZT im Moment geschieht, es geschehen lassen, einer „inneren Weisheit” folgend, „authentisch“ (= „SELBST SEIEND“) im Augenblick.

Dadurch werden oft überraschende Aspekte einer (Neu-)Gestaltung der momentanen Lebenssituation eines/r KlientIn sichtbar und es ermöglicht u. a. auch ein Loslassen von behindernden Lebens-Erfahrungen, Gedankenmustern und erstarrten Bewegungsstrukturen.

Durch die vertiefte Wachheit und Achtsamkeit entfaltet der „Tanz” auch eine heilende Komponente.

Vortragende(r): Monika Lakinger

Die gestalttherapeutische Arbeit mit KlientInnen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus beinhaltet einige Besonderheiten, die sich aus dem spezifischen Bedarf dieser Menschen und ihrer Lebenssituation ergeben. Welche Unterschiede sind relevant? Was bedeuten sie für die therapeutische Beziehung und die Wirkung von Interventionen? Welche Haltung ist angemessen?

Im Vortrag beschreibe ich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu meiner sonstigen gestalttherapeutischen Arbeit und stelle meine bisherigen Antworten zu Diskussion.

Vortragende(r): Katharina Stahlmann

Die Schlussveranstaltung wird musikalisch begleitet:

DIE VIELFÄLTIGEN FACETTEN DES SINGENS

Singen ist die Universalsprache aller Menschen. Es mobilisiert körperliche, emotionale und soziale Ressourcen und führt so zu einem Erleben von Einheit. Singen fördert die Entfaltung der Menschen und ihre Dialogfähigkeit. Im gemeinsamen Singen können wir unsere Ganzheit als Klanggestalt erfahren, unsere Vielfalt erleben und uns zugleich über kulturelle Grenzen hinweg verbinden.

In diesem Sinne wollen wir dazu einladen, Lieder verschiedener Stilrichtungen zu hören und vor allem auch mitzusingen.

Vortragende(r): Dorothea Bünemann, Dorit Lorenz-Heinrich